Der Kommentar: EGG 1 Runde 1 (Post 0001 – 0005)

Bonsoir, mes chèrs amis!

So, dann wollen wir auch nicht groß einleiten, sondern direkt loslegen mit der Ausweidung der literarischen Errungenschaften unserer garstigen Tipper.
Es startet also mit der Einleitung durch Eddie auf seinem geliebten Friedhof.
Schön finde ich, dass PentaPub seinen Prinzipien treu bleibt und bei altbewährten Fachausdrücken bleibt („Arsch der Welt“). Danach verwirrt mich auch schon der zweite Absatz ein wenig: Abgesehen von Charles Manson und Erzsébet Báthory finde ich da keineswegs illustre Namen. Ted Bundy und Konsorten sind einem vielleicht bekannt, wenn man sich intensiver mit der Geschichte wahnsinniger Mörder auseinandergesetzt hat, einem Durchschnittshörer aber bleibt der Witz da ein wenig verschlossen. Vielleicht wäre es hier besser gewesen, die Passage so umzuformulieren:

„Wir passieren durch Wind und Regen verformte und kaum noch erkennbare Grabsteine, die nur hin und wieder Namen wie Erzsébet Báthory und Charles Manson in verwitterten Lettern nennen.“

(Das gleiche natürlich im nächsten Absatz, wo Eddie zwischen den Grabsteinen umherhuscht.)
Dann, als kleine Unstimmigkeiten zwischendurch, nennt Eddie die Jugendlichen „Früchtchen“. Eventuell wäre hier „Lendenfrüchte“ als ironische Umschreibung angebrachter (Eddie arbeitet ja nicht bei den Fruchtzwergen, zumindest nicht offiziell). Es sind ehrlich gesagt öfter Wörter, die mir ins Auge fallen, die nicht in den Kontext passen oder seltsam klingen. (Ja, ich weiß, Korinthenkackerei.)
Aber ich lasse das mal als Eigenart Eddies durchgehen 😉
Stilistisch finde ich das ganze sehr schön ausgearbeitet und ein Hauch von professionellem Schreiben weht einem aus den Zeilen entgegen 😉
Soviel zum ersten Beitrag.

Am zweiten Beitrag hab ich so eigentlich nichts auszusetzen. Hier hat man einen sehr direkten, wenig stilistisch ausgearbeiteten Schreibstil verwendet, was der Geschichte aber nicht unbedingt schaden muss. Immerhin hat jeder seinen persönlichen Schreibstil. Ein, zweimal würde ich noch mit dem Rotstift drübergehen, weil da ein paar grammatische Fehltritte sind, die man eigentlich nur in der gesprochenen Sprache bringen kann. Soweit aber keine Katastrophe.

Auf jeden Fall ist hier eine gute Einleitung der Geschichte gelungen und die Charaktere haben auch sofort nach ihrem Charakter gehandelt!

Post numero 3 ist sehr professionell geschrieben und liest sich sehr gut.
Allerdings würde ich mir eine exaktere Anbindung an den letzten Post wünschen;
hier ist das Parken wohl übersprungen worden und es lesen sich die ersten paar Zeilen etwas rätselhaft, bevor man darauf kommt.

Dann der nächste Knackpunkt: Wellen. Michelle fächelt sich im ersten Absatz noch Luft zu wegen der Hitze, daraus schließe ich, dass kein kühlender Wind weht.
Warum schlägt das Wasser des Sees dann Wellen?
Wir haben hier in der Gegend einen See, der ungefähr die Größe des Nebelsees haben könnte und der wirft definitiv nicht so hohe Wellen, dass man ein Rauschen hört. Ein „leises Gluckern“ oder „leises Plätschern“ wäre hier vielleicht angebrachter. Oder man schreibt noch rein, dass „nicht mal der Wind Abkühlung brachte“, dann ist das mit den Wellen natürlich ok.

Ansonsten gute Weiterführung der Charaktere und Einbindung der neuen Personen. Gut fand ich besonders, die Beziehungen der Personen sofort klarzustellen und bereits jetzt Ankahal zu erwähnen. Spannung ist also direkt von Anfang an vorhanden (Guter weiterles/hör-Faktor!)

Der vorletzte Post der ersten Runde ist in meinen Augen etwas schwierig zu bewerkstelligen.
Hier muss die Charaktervorstellung beendet, die Beziehungen nochmals
klargestellt und die Storyline fortgeführt werden. Das hat soweit auch ganz gut geklappt, nur würde ich anstatt die drei Namen der Neuankömmlinge auf 3 Absätze zu verteilen diese schon kurz am Anfang nennen („Sabine, Peter und Hagen winkten von weitem“ oder so). Wie es hier gemacht wurde, kommt man aufgrund der Fülle der Personen ein wenig durcheinander, wenn man nicht 100% aufpasst. Und warum Tom sich schlecht fühlt, sobald die neuen ankommen, sollte auch noch erläutert werden (er hat ja offensichtlich nur was gegen Hagen, aber hier klingt es so, als ob er ganz allgemein was gegen Neuankömmlinge hätte).

Übrigens wurde hier öfter mal die Zeitform gewechselt (Von Präteritum zu Präsens und wieder zurück).  Das sollte natürlich nicht vorkommen, aber ist ja auch kein Dilemma.

Schön, dass man hier auch mal erfährt, dass die Truppe aus Oberpfarrskirchen stammt, das hätte aber schon in den 2. Post gemusst (Übrigens schön kaffig ausgedacht, der Name, der übertrifft sogar Bad Oenninghausen!).

Was ich an dem Absatz sehr mochte, war die Sprachgestaltung. Viele Stilmittel und  die Umgangssprache (die aber von allen gut und richtig verwendet wurde!) schmücken das ganze gut aus. Auch die Story wurde gut weitergeführt und die Spannung erhöht, dadurch, dass Ankahal jetzt schon zum zweiten Mal, in einem sehr beklemmenden Kontext, erwähnt wurde.

Tom’s innerlicher Zwist und Gedankengang sind sehr gut wiedergegeben und lassen diesem Charakter Tiefe gewinnen. Ich hoffe, zukünftig kommen auch die anderen Personen nicht zu kurz!

So. als letztes nun der Schluss der letzten Runde. Das Ankahal wurde hier ja sogar schon kurz vorgestellt, sowie erste Andeutungen zum Verlauf der Geschichte gegeben. Nur hätte es vielleicht besser gewirkt, wenn kurz bevor sich Tom an ein pikantes Detail erinnern kann, die Sache mit dem Schrei aus der Hütte gekommen wäre. Das erzeugt noch zusätzlich Spannung und zwingt den Leser fast, weiter zu lesen.

Auch hier wurden die Zeitformen gewechselt. Bitte etwas mehr darauf achten! 😉 Vom Schreibstil her eine routinierte, aber vielleicht nicht sonderlich individuelle Wortwahl. Der Text liest sich ein wenig ohne Besonderheiten, was es bei den anderen ja gab. Darauf könnte noch mehr geachtet werden.

Aber ich kann sagen, dass mir dieser Abschluss der ersten Runde gut gefallen hat. Er ist ein guter Wegbereiter für den weiteren Storyverlauf!

Schlußendlich hoffe ich, dass der erste Kommentar nicht zu vernichtend ausgefallen ist. Sich beschweren ist leichter als loben, aber ich hab mich um eine ausgewogene Mischung bemüht. Freilich, meine Kommentare sind unterschiedlich lang ausgefallen; leider lässt sich nicht zu jedem Beitrag gleich viel sagen.

Alles in Allem lässt sich sagen, dass ihr hier einen guten Auftakt abgeliefert habt (trotz oder gerade wegen verschiedener Ideen und Schreibstile). Allerdings müsste hin und wieder nochmal mit dem Stilmittel/Sprachkorrekturstift darübergegangen werden, weil manche Dinge seltsam/falsch klingen oder fehlen. Ich freue mich auf die Fortsetzung!

Liebe Grüße,
Silver

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